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ZWEI STÄDTE

Buda und Pest: Zwei Städte vom Fluss aus

Budapest besteht eigentlich aus zwei alten Städten, die über das Wasser verbunden sind. Von der Flussmitte aus kann man beide zugleich lesen: das hügelige Buda, das flache Pest und die grüne Insel dazwischen.

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Ein Fluss, zwei Charaktere

Das am besten gehütete Geheimnis einer Donaukreuzfahrt ist, dass sie Budapests gespaltene Persönlichkeit mit einem einzigen Blick erfassen lässt. Die Stadt besteht wirklich aus zwei alten Städten, die über das Wasser zusammengewachsen sind, und sie könnten kaum unterschiedlicher sein. Am Westufer erhebt sich Buda, hügelig, älter, ruhiger, gekrönt von seiner Burg und durchzogen von kopfsteingepflasterten Gassen und Thermalquellen. Am Ostufer breitet sich Pest aus, flach, geschäftig und prächtig, angelegt in breiten Boulevards und gesäumt vom Parlament und den großen Hotels. Vom Ufer aus steht man immer nur in einer der beiden; von der Flussmitte aus sieht man beide zugleich, einander gegenüber über der Donau, und der Kontrast zwischen Hügel und Ebene wird zum klarsten Merkmal der ganzen Stadt. Genau diesen Kontrast erzählt die Kreuzfahrt.

Das Budaer Ufer: Hügel, Burg und Quellen

Blick nach Westen, und das Land steigt an. Die Budaer Seite wird von ihren Hügeln bestimmt, allen voran dem Burgberg mit dem langen, hell erleuchteten Kamm der Budaer Burg und dem alten Königsviertel, sowie dem Gellértberg, der etwa 140 Meter über dem Fluss aufragt, mit der Zitadellen-Festung und dem Freiheitsdenkmal oben. Dies ist die historische, königliche, wohnliche Hälfte der Stadt, langsamer und grüner, und sie ist auch die Spa-Hälfte: Budapest sitzt auf einem Reichtum an Thermalquellen, und mehrere seiner berühmten Badehäuser drängen sich am Fuß der Budaer Hügel nahe dem Wasser. Nachts vom Boot aus gesehen wirkt Buda wie eine dunkle Masse aus Hang, durchsetzt mit den Lichtern der Burg und des Denkmals, eine Skyline aus Bergrücken statt aus Fassaden.

Das Pester Ufer: flach, prächtig und erleuchtet

Blick nach Osten, und alles öffnet sich. Pest ist die flache, kommerzielle, energiegeladene Hälfte, das Budapest der großen Boulevards, Cafés und der Regierung, und seine Uferpromenade ist eine fast durchgehende Parade monumentaler Architektur, die dem Wasser zugewandt ist. Der unbestrittene Star ist das Parlament, aber die gesamte Uferzeile ist gesäumt von palastartigen Hotels, Kirchen und Plätzen, alle beleuchtet, um vom Fluss aus gesehen zu werden. Weil der Boden flach ist, präsentiert sich Pest als eine Wand aus erleuchteten Fassaden direkt am Wasserrand, im Gegensatz zu Budas aufsteigender Dunkelheit gegenüber. Dies ist das Ufer, an dem die meisten Kreuzfahrten ablegen, und die Seite, die man sich vorstellt, wenn man Budapest bei Nacht imaginiert: die lange goldene Reihe von Gebäuden, gespiegelt im schwarzen Fluss, das Parlament hell erstrahlend in ihrer Mitte.

Wie aus zwei Städten eine Stadt wurde

Für den Großteil ihrer Geschichte waren Buda und Pest tatsächlich getrennte Orte, zusammen mit einer dritten, älteren Stadt namens Óbuda flussaufwärts, jede mit eigenem Rat und eigenem Charakter, getrennt durch einen Fluss, der schwer zu überqueren war. Erst 1873, nachdem die Kettenbrücke gezeigt hatte, dass eine dauerhafte Verbindung möglich war, fusionierten die drei offiziell zu einer einzigen Hauptstadt und nahmen den Namen Budapest an, wobei die beiden Silben zusammengenäht wurden, so wie die Brücken die Ufer zusammennähten. Dieses Wissen verändert, was man vom Boot aus sieht: Die Kreuzfahrt fährt nicht durch eine einheitliche Skyline, sondern entlang der Naht, wo zwei alte Städte verbunden wurden – genau deshalb sehen und fühlen sich die beiden Ufer bis heute so unähnlich an.

Die Margareteninsel, das grüne Band zwischen den Ufern

Vom Fluss aus lässt sich ein drittes Element der Stadt lesen, und es ist weder Buda noch Pest. Wo die Donau sich nach Norden weitet, teilt sie sich um die Margareteninsel – einen lang gestreckten, grünen, weitgehend autofreien Park mitten im Wasser, benannt nach einer mittelalterlichen Prinzessin, deren Klosterruine noch immer zwischen den Bäumen steht. Ist Buda Hügel und Pest Boulevard, so ist die Insel der gemeinsame Garten der Stadt, eine grüne Pause zwischen den beiden prächtigen Ufern mit Rasenflächen, einem alten Wasserturm und einem Musikbrunnen nahe ihrer Spitze. Schiffe, die in ihrer Nähe wenden, zeigen dieses weichere, stillere Gesicht des Flusses – eine Erinnerung daran, dass Budapest an der Donau nicht nur aus Denkmälern und Flutlicht besteht, sondern auch ein Ort ist, an dem die Stadt einfach zum Spazieren, Laufen und Ausruhen ans Wasser kommt.

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